Welche Fotos sollte man nach einer Kollision mit einem Dienstwagen machen?
Gut dokumentierte Fotos sind nach einer Kollision oft der entscheidende Beleg bei der Schadensmeldung. Diese Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung beschreibt, welche Aufnahmen am Unfallort anzufertigen sind — von Gesamtaufnahmen des Fahrzeugs über Detailaufnahmen der Schäden bis hin zu Dokumenten und Zeugen — und wie Originale und Metadaten aufzubewahren sind.
Sicherheit und erste Schritte
Sicherheit hat oberste Priorität. Bei Verletzten — sofort den Rettungsdienst rufen. Die Polizei ist immer dann zu rufen, wenn Personen verletzt sind, der Verursacher flüchtet, unter Alkohol/Betäubungsmitteln steht, die Herausgabe von Daten verweigert oder es wesentliche Streitigkeiten über den Unfallhergang gibt.
Wenn Einsatzkräfte oder medizinisches Personal anordnen, die Fahrzeuge stehen zu lassen, bewegen Sie diese nicht. Fotografieren Sie den Zustand der Fahrzeuge und die Unfallstelle, bevor etwas verändert wird.
Nachdem die Sicherheit gewährleistet ist, beginnen Sie mit der Dokumentation: Fotografieren Sie systematisch und bewahren Sie die Originaldateien und Metadaten auf.
- Priorität: Gesundheit und Sicherheit — Rettung und Absicherung der Unfallstelle.
- Wenn die Polizei kommt — bitten Sie um eine Notiz oder eine Vorgangsnummer und fotografieren Sie das Dokument.
- Blockieren Sie nicht den Verkehr; müssen Sie das Fahrzeug aus einer Fahrspur ziehen, dokumentieren Sie, sofern möglich, die ursprüngliche Position vor dem Verschieben.
Übersichtsaufnahmen des gesamten Fahrzeugs
Machen Sie Gesamtaufnahmen des Fahrzeugs aus jeder Diagonale — vier Aufnahmen: vorne‑links, vorne‑rechts, hinten‑links, hinten‑rechts. Auf den Fotos sollten Nummernschilder und die Fahrzeugseiten sichtbar sein, damit das Foto leicht einem konkreten Fahrzeug zugeordnet werden kann.
Solche Aufnahmen geben dem Versicherer und dem Gutachter Kontext über das Ausmaß der Schäden und deren Verteilung am Fahrzeug.
- Halten Sie Abstand, damit das Fahrzeug komplett ins Bild passt; vermeiden Sie das Abschneiden des Nummernschilds.
- Machen Sie Aufnahmen sowohl aus der Nähe als auch aus größerer Entfernung (zum Vergleich der Größenverhältnisse).
Nahaufnahmen der Schäden — mehrere Winkel und Perspektiven
Versicherer und Gutachter benötigen Details: Risse, Dellen, Lackabsplitterungen, lose Teile. Erstellen Sie für jede beschädigte Stelle mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln — nah und aus größerer Perspektive.
Dokumentieren Sie sowohl äußere Bauteile (Stoßfänger, Kotflügel, Türen, Scheinwerfer) als auch sichtbare technische Schäden, sofern dies sicher möglich ist (z. B. Flüssigkeitsleckagen — fotografieren, aber nicht versuchen zu reparieren).
- Mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Entfernungen helfen, die Tiefe des Schadens zu beurteilen.
- Achten Sie auf Beleuchtung — nutzen Sie notfalls die Taschenlampe des Telefons, vermeiden Sie jedoch Reflexe, die den Schaden verdecken.
Unfallort und Kontext
Machen Sie Weitwinkelaufnahmen der Szenerie: Kreuzung, Fahrstreifen, Verkehrsschilder, Ampeln, Positionen der Fahrzeuge bezogen auf die Fahrbahn und verstreute Teile (z. B. Stoßfängerfragmente). Diese Fotos zeigen den Unfallverlauf und die Umstände, unter denen die Kollision stattfand.
Die Dokumentation des Kontexts ist besonders wichtig, wenn die Schuldfrage von der Lage der Fahrzeuge, Bremsspuren oder der Ampelschaltung abhängt.
- Machen Sie ein Foto aus der Perspektive jedes Fahrzeugs — das dokumentiert die gegenseitige Stellung.
- Erfassen Sie vertikale/horizontale Verkehrszeichen und mögliche Sichtbehinderungen.
Dokumente, VIN, Kilometerstand und Ausweisdokumente
Fotografieren Sie die VIN‑Nummer (Typschild), das Nummernschild, den Tachostand (Kilometerstand) sowie beide Seiten des Fahrzeugscheins (dowód rejestracyjny) des Dienstwagens. Falls vorhanden — machen Sie ein Foto der OC‑Polizei des Verursachers oder einer Unfallbeteiligungserklärung.
Fotos von Dokumenten beschleunigen die Schadenregulierung und erlauben die Überprüfung der Fahrzeugdaten und der Ausstattung.
- Fotografieren Sie Dokumente auf neutralem Untergrund, ohne Spiegelungen und vollständig (beide Seiten des Fahrzeugscheins).
- Wenn Sie einen Schlüssel mit Karte oder firmeneigenes Zubehör (Navigation, Radio) haben, dokumentieren Sie deren Zustand, falls diese beschädigt sind.
Zeugen und Videoaufzeichnungen
Wenn es Zeugen gibt, bitten Sie um deren Kontaktdaten (Name und Telefon) und machen Sie ein Foto der Stelle, an der sie standen. Das erleichtert spätere Nachforschungen. Aufnahmen von Dashcams sind wertvoll — bewahren Sie die Originaldatei und eine Kopie auf.
Hinweis: Wenn ein Zeuge die Herausgabe seiner Daten verweigert, notieren Sie seinen Standort und alle auf dem Foto sichtbaren identifizierenden Merkmale.
- Sichern Sie Videodateien im Originalformat — Kopien in der Firmencloud oder auf einem Speichermedium anlegen.
- Fotografieren Sie die Kontaktdaten eines Zeugen nur mit dessen Einwilligung; alternativ bitten Sie um schriftliche Angaben und fotografieren diese Notiz.
Dateiverwaltung und Übermittlung an den Versicherer
Bearbeiten Sie Fotos nicht (keine Filter, kein gedankenloses Zuschneiden) — Änderungen können die Glaubwürdigkeit der Beweise untergraben. Bewahren Sie die Originale zusammen mit den Metadaten (Zeitstempel, Geolokalisierung) auf. Die meisten Versicherer bieten Apps oder einen Foto‑Assistenten zum Übermitteln der Fotos an — nutzen Sie die offiziellen Kanäle.
Erstellen Sie eine klare Ablage: Ordner mit Datumsangabe, kurze Dateibenennungen (z. B. 2026-08-01_przod-lewy.jpg, 2026-08-01_vin.jpg). Bewahren Sie eine Sicherungskopie auf (Telefon + Firmencloud/USB).
- Entfernen Sie niemals Metadaten durch Konvertierung oder Komprimierung vor dem Versenden.
- Wenn die Fuhrparkgesellschaft interne Verfahren hat — halten Sie sich daran; der Versicherer kann zusätzliche Aufnahmen verlangen.
Zusammenfassung
Gute fotografische Dokumentation beschleunigt die Schadenregulierung und schützt Fahrer sowie Unternehmen vor strittigen Forderungen. Sorgen Sie zuerst für Sicherheit, dann fertigen Sie systematisch Fotos an: Übersichtsaufnahmen, Nahaufnahmen der Schäden, Kontext der Unfallstelle, Dokumente, Zeugen und Videoaufzeichnungen. Bewahren Sie die Originale auf und senden Sie die Unterlagen über die offiziellen Kanäle des Versicherers. Bei Unsicherheiten zur erforderlichen Fotoliste prüfen Sie die internen Firmenverfahren oder kontaktieren Sie die Schadensabteilung.
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